Internet Remote Warehousing
Die Elektrisola-Firmengruppe mit Hauptsitz in Eckenhagen und sieben Werken im In- und Ausland, weltgrößter Hersteller dünner Kupferlackdrähte, gehört seit mehr als 10 Jahren zu den Kunden von Lachmann & Rink.
|
Um optimal und zeitnah auf Anforderungen der Elektrisola-Kunden reagieren zu können, erfolgt deren Versorgung zum Teil durch Zwischenlager (Remote Ware-houses). Zum Teil werden auch beim Kunden angesiedelte und von diesem selbst betriebene Zwischenlager von Elektrisola auf Vorrat bestückt (Konsignations-lager). Um den Aufwand für die Verfolgung und Verbuchung der Warenbewegungen zu verringern, wurde Lachmann & Rink mit der Realisierung des ERWA-Projektes beauftragt. Dieses besteht aus zwei Teilprojekten: ERWA-RW zum Einsatz im externen Lager sowie ERWA-E zum Einsatz bei Elektrisola. Diese tauschen Informationen in Form von E-Mail-Nachrichten aus.
Die Realisierung erfolgte in Java 1.4 mit einer auf der Swing-Bibliothek basie-renden graphischen Oberfläche. Damit wird die Anwendung auf einer Vielzahl von Plattformen lauffähig. Dieses ist vor allem im Hinblick auf die ERWA-RW-Komponente, welche in externen Auslieferungslagern zum Einsatz kommt, von Vorteil. Diese speichert die erfassten Daten in Form von XML- Dateien im Datei-system und ist darum ohne zusätzliche Installation von Datenbanken und Treibern unmittelbar lauffähig. Die individuelle Konfiguration erfolgt durch eine ASCII-Datei.
|
|
|
Dies vereinfacht die Integration der Software in die beim Kunden vorhandene Umgebung, was die Ak-zeptanz bei der Zielgruppe im Ganzen erhöhen sollte. Die in den Elektrisola-Standorten zum Einsatz kommende ERWA-E-Komponente ermöglicht es den dortigen Vertriebs- mitarbeitern, die aus den Remote Warehouses gemeldeten Lagerbewegungen mit den von den jeweiligen Kundenauftragsverwaltungs- (KAV) und Lagerwirtschaftssystemen (LWS) abgerufenen Informationen zusammenzuführen. Der Zugriff auf letztere erfolgt über von Elektrisola bereitgestellte Fassaden-Objekte, welche eine einheitliche Schnittstelle implementieren. Damit ist die ERWA-E-Komponente unabhängig von den unterschiedlichen KAV- und LWS-Systemen in allen Standorten, für welche entsprechende Fassaden-Objekte bereitgestellt werden können, einsetzbar.
Im ersten Schritt wurde die ERWA-E-Komponente als monolithische Anwendung umgesetzt, die in-zwischen erfolgte Trennung in über die Java-eigene "Remote Methode Invocation" (RMI) kommuni-zierende Client- und Server-Kompo-nenten dabei aber bereits vorgesehen. Dazu wurden alle von den Clients benötigten Funktionalitäten in einer Schnitt-stelle zusammengefasst, für welche der Server über ein Factory-Objekt entsprechende Fassaden-Objekte bereitstellt. Die Umstellung auf Client/Server ließ sich aus diesem Grund mit geringem Aufwand durchführen, die Zugriffe sind transparent und erfolgen über RMI genau so wie Aufrufe lokaler Objekte. Zur Einführung wurde zunächst ein Prototyp mit geringem Funktionsumfang bereitgestellt. Der vollständige Ausbau wird dann unter Berücksichtigung der sich aus dem praktischen Einsatz des Prototyps ergebenden Erfahrungswerte erfolgen.
Es wurden bereits verschiedene Möglichkeiten angedacht, die Erfassungen mit der ERWA-RW-Kompo-nente online durchzuführen, um so Informationen bereits bei der Eingabe gegen die bei Elektrisola vorhandenen Daten prüfen und Falscheingaben im Vorfeld vermeiden zu können. Diese Optionen zur Bereitstellung entsprechender Webservices durch die ERWA-E-Komponente oder die Realisierung des Systems als Webanwendung sind ebenfalls von den durch den Einsatz des Prototyps gewonnenen Erfahrungen abhängig.
(Juli 2004)

