Mini-Terminal für Maxi-Leistungen

Zur Bedienung und Parametrierung eines Leistungsstellers...

Die Firma AEG-SVS (AEG Stromversorgungssysteme) mit Sitz in War-stein ist seit Jahren ein führender Anbieter von Thyristor-Leistungs-stellern. Thyristor-Leistungssteller eignen sich zur direkten Versorgung ohmscher Verbraucher oder als primäres Stellglied für einen Transfor-mator mit nachgeschalteter Last. Der Einsatz modernster Netz-Thyris-toren lässt Typenreihen von 230 - 690 Volt und 37 - 2900 A zu.


Die Geräte finden Anwendung in Glasschmelzen, Trocken-Öfen, Extrudern, Hei-zungen und vielen weiteren industriellen Anlagen. Die neuen Geräte Thyro-P basieren auf einem AEG-SVS-ASIC-Chip und bewältigen komplexeste Spannungs- und Stromregelungen. Das patentierte ASM-Verfahren realisiert eine dynamische Netzlastoptimierung.


Hardware: Bedieneinheit und mehr
Zur Bedienung und Parametrierung des Leistungsstellers war eine Bedieneinheit mit grafischem LCD zu entwickeln, welches die mechanischen und SW-spezifi-schen Anforderungen erfüllt. Zudem galt es, die Serienkosten möglichst niedrig zu halten. Aufgrund der vorgegebenen Gerätebreite war der Einsatz von Standard-LCDs mit 128 x 64 Pixel nicht möglich. Nach Abwägung der verschiedenen An-schaltungstechnologien (Leitgummi, Schaltmatten, TCP-Folienverbinder) für LCD-Gläser wurde die geeignete Variante gewählt. Im Wesentlichen besteht nun die Hardware aus folgenden Komponenten.

 

LCD-Glas: 114 x 64 Pixel (grafikfähig, Pixelgröße: 0,31 mm x 0,41 mm), LED-beleuchtet. Es ermöglicht die Darstellung von 7 x 19 Zeichen sowie große Ziffern

TCP-Ansteuerung: dies ist ein in die flexible Leiterplatte eingearbeiteter LCD-Treiber. Er setzt die ca. 40 Ansteuerungssignale auf ca. 200 LCD-Signale um

Leiterplatte mit einem Infineon 80C161 Mikrocontroller und entsprechender Peripherie (RAM, Flash, EEPROM, COM1 ...)

 

 

 

 

 

 

 

 

LBA-Blockschaltbild

 

Das alles wurde so konstruiert, dass es in dem kleinen vorgegebenen Kunststoff-gehäuse Platz findet. Hier und da gab es natürlich Änderungen, z.B. um die Tasten-mechanik in Funktion und Aussehen zu optimieren.

 

Software für ein "Multitalent"
Nach dem Aufstecken der LCD-Bedieneinheit (LBA) wird zuerst der Parametersatz des Leistungsstellers in die LCD-Bedieneinheit geladen. Anschließend wechselt die Anzeige ins Hauptmenü. Wird keine Eingabe vorgenommen, so schaltet die LBA nach kurzer Zeit in die Betriebsanzeige. Hier werden Spannungen, Ströme, Leistungen und andere Größen mit großen Ziffern dargestellt. Sie werden über eine ständige Kommunikation mit dem Leistungssteller alle 0,5 sec. aktualisiert und können auch grafisch dargestellt werden.

 

Durch Drücken der Taste "OK" gelangt der Anwender ins Hauptmenü. Von dort wird mit den Pfeiltasten und der Taste "OK" in untergeordnete Menüs gewechselt. In den einzelnen Menüs können die Parameter eingestellt werden. Zur Prozesskontrolle ist ein Datenlogger implementiert, der die zuletzt aufgetretenen Wertüberschreitungen festhält.

 

Bilanz
Ein interessantes Projekt mit hohem technischen Anspruch an Hardware und Software, das nun mit der SW-Version 1.0 einen formalen Abschluss gefunden hat. Sicher werden auch weiterhin durch innovative Endkunden zusätzliche Anforderungen gestellt.

 

(April 2001)

 

 

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