Forschungsprojekt: Cyberrüsten 4.0

Cyberrüsten Logo

 

Dieses Projekt wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Das Team des Forschungsprojektes "Cyberrüsten 4.0"
Kick-off zum Cyberrüsten: Das Projektteam (Foto: Universität Siegen).

Maschinenbau und Metallverarbeitung machen Südwestfalen zur stärksten Industrieregion NRWs – nicht umsonst haben hier über 150 Weltmarktführer ihren Firmensitz. Ihr Erfolg basiert maßgeblich auf dem Wissen, der Kompetenz und den langjährigen Erfahrungen der hier tätigen Fachkräfte. Doch was, wenn der alte Meister in den wohlverdienten Ruhestand geht? Wie kann man sein ganz spezielles Fachwissen konservieren und an seine Nachfolger weitergeben?

Genau um diesen Wissenstransfer geht es beim Förderprojekt „Cyberrüsten 4.0“, exemplarisch erforscht anhand eines Biegeprozesses. Dazu haben sich verschiedene Lehrstühle der Universität Siegen mit Partnern aus der Industrie zu einem Forschungsverbund zusammengeschlossen. Gemeinsam möchten sie eine Methode entwickeln, wie das Wissen der erfahrensten Mitarbeiter eines Unternehmens „greifbar“ gemacht werden kann, damit zukünftige Fachkräfte-Generationen davon profitieren. Ziel ist es, ein Prototypen-Leitsystem zu entwickeln, d. h. eine Art Leitfaden bzw. „Bedienungsanleitung“ für das optimale Einstellen einer Maschine.

Es geht also auch darum, wie Automatisierung (Stichwort Industrie 4.0) dem Menschen bei seiner Arbeit nutzen kann; sie soll ihn aber nicht ersetzen.

Logo Lachmann & Rink
Cyberrüsten 4.0: Projektpartner und deren Aufgaben

Arbeitspaket 1: Wissenstransfer & Prozesseinflussmatrix
Das individuelle Wissen erfahrener Maschinenbediener bezüglich der Einstell- und Handhabungsvorgänge an den jeweiligen Maschinen wird durch Befragungen und Beobachtungen erfasst. Aus dieser Datengrundlage sollen zukünftige Entscheidungshilfen abgeleitet werden.

  • Siegener Mittelstandsinstitut (SMI)
  • Lehrstuhl für Technologiemanagement (Uni Siegen)
  • Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und neue Medien (Uni Siegen)
  • Lehrstuhl für Umformtechnik (Uni Siegen)


Arbeitspaket 2: Übertragung auf den industriellen Serienprozess

„Arbeitspaket 1 in natura“: Die Trennung von Labor- und Serienumgebung ist notwendig, um die ganzheitlichen Einflussfaktoren abbilden zu können.

  • Westfalia Metallschlauchtechnik GmbH & Co. KG, Hilchenbach


Arbeitspaket 3: Integration des erworbenen Wissens in ein Prototypen-Leitsystem

Das Prototypen-Leitsystem (der oben erwähnte Leitfaden) soll an unterschiedlichste Maschinen angekoppelt werden können. Eine hieran integrierte Visualisierungshilfe stellt dem Maschinenbediener bestimmte Einstellungen zur Auswahl, die schnellstmöglich zum Erfolg und damit zu einem (innerhalb der Prozessgrenzen) optimalen Umformprozess führen.

  • Lachmann & Rink GmbH, Freudenberg


Ausblick: Übertragung der Methodik auf andere Umformprozesse

Nach Abschluss des Forschungsprojektes soll die entwickelte Methodik auf andere Umformprozesse und weitere schwer automatisierbare Maschineneinrichtungsvorgänge übertragen werden. Ziel ist es, das Erfahrungswissen von langjährigen Maschinenbedienern branchenübergreifend zu quantifizieren und zukünftig für Entscheidungsprozesse zur Prozesseinstellung vorrätig zu halten.

Noch mehr erfahren über Cyberrüsten 4.0

Auf diesen Seiten finden Sie weitere Informationen rund um das Forschungsprojekt „Cyberrüsten 4.0“:

Finanzierung und Förderung des Projektes

Das Forschungsprojekt trägt den vollständigen Titel „Cyberrüsten 4.0 – Cyber-physische Unterstützung des Menschen beim Rüstvorgang am Beispiel eines Biegeprozesses zur Kleinserienfertigung auf Basis eines Wissenstransferansatzes“ und hat einen Gesamtumfang von 2,6 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt im Rahmen des Leitmarktwettbewerbs EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung). Die Leitmarktwettbewerbe werden durch die Leitmarktagentur.NRW durchgeführt.

Darüber hinaus erhalten die Förderpartner Unterstützung durch die assoziierten Partner Tracto Technik GmbH & Co. KG (Lennestadt), Fischer HDE (Achern und Menden) sowie PMD Technologies (Siegen). Diese assoziierten Partner fungieren zudem als Multiplikator für die Akzeptanz des Vorhabens innerhalb der mittelständischen Industriekultur.

Zurück